Prof. Dr. Ulf Otto

Institut für Theaterwissenschaft
Department Kunstwissenschaften
Fakultät für Kunst- und Geschichtswissenschaften
Ludwig-Maximilians-Universität München

R. 006/EG, Georgenstraße 11, D-80799 Munich

tel.: +40 (0)89/2180-5954
mobil: +49 (0)1520/4359062
email: ulf.otto@lmu.de

Sprechstunde, online oder vor Ort, Dienstags 15 Uhr MEZ, bitte vorher per E-Mail anmelden!

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Für die B.A.- und M.A.-Betreuung setzen Sie sich bitte frühzeitig mit mir in Verbindung, ich betreue gerne ein breites Spektrum an Themen und kann eine enge Begleitung anbieten.

ORCID-ID: 0000-0002-3528-6972


Kurzvita

Ulf Otto ist Professor für Theaterwissenschaft mit Schwerpunkt Intermedialitätsforschung am Departement Kunstwissenschaften der LMU München. Zuvor leitete er als Post-Doc an der Universität Hildesheim eine Juniorforschungsgruppe im Rahmen eine Dilthey-Fellowships der VolkswagenStiftung.

Er studierte Mathematik in London, Theaterwissenschaft und Philosophie in Berlin und Toronto und arbeitete mehrere Jahre als Regisseur und Dramaturg in der freien Szene und am Stadttheater.  Er promovierte an der Universität Hildesheim zur Theatralität der frühen Internetkultur und erwarb zusätzlich an der FU Berlin einen B.Sc. in Informatik. Lehraufträge haben nach Exeter, Mainz, Bern, Ludwigsburg und Zürich geführt. Mit einem Habilitationsschrift zur Elektrizitätsgeschichte des Theaters im ausgehenden 19. Jahrhundert hat er sich an der Universität Hildesheim habilitiert und kurz darauf den Ruf an die LMU München angenommen.

Monographien sind bei Transcript und Metzler erschienen, Aufsätze wurden u.a. in Theater Research International, Theater Journal und The Drama Review veröffentlich. Er hat einschlägige Sammelbände zu Reenactments (zus. mit J. Roselt), Algorithmen und Interventionen (zus. m. J. Zorn) im Kontext der performativen Künste herausgegeben und ist international als Gutachter tätig.


Forschungsinteressen

Ich bin Theaterwissenschaftler mit einer Affinität zu Medien- und Kulturwissenschaften, einem besonderen Interesse an der Beziehung zwischen Ästhetik und Technologie und einem Schwerpunkt auf dem neunzehnten Jahrhundert und digitalen Kulturen. Meine Arbeit wurde durch mehrere Jahre als Theaterpraktiker und durch meinen Hintergrund in Informatik geprägt. In letzter Zeit wurde sie zunehmend von den Wissenschafts- und Technologiestudien (STS, ANT) beeinflusst, insbesondere von den feministischen Strömungen (Haraway etc.).

Frühere akademische Arbeiten untersuchten die Theatralität der frühen Internetkultur und entwickelten Kategorien zur Beschreibung performativer Praktiken im Internet, was zu meiner ersten Monografie und einem anhaltenden Interesse an Performance in digitalen Kulturen führte. In den letzten Jahren habe ich vor allem an einem von der VolkswagenStiftung geförderten Projekt namens Energien des Spektakels gearbeitet, das die Elektrifizierung des Theaters und die Verflechtung von Wissenschaft und Kultur im späten 19. Jahrhundert aus einer historiographischen Perspektive untersuchte. Zwei Nebenprojekte, Gesten des Reenactments und Ästhetik der Interventionen, haben sich sich mit dem Zusammenspiel und den Interdependenzen zwischen Politik und Kunst befasst.

Methodisch habe ich mich zuletzt verstärkt mit ethnographischen und digitalhumanistischen Ansätzen auseinandergesetzt und ich interessiere mich zunehmend für methodologische und epistemologische Fragen der Disziplin. Zuletzt sind Fragen der Vermittlung von Theater und Performance wieder in den Mittelpunkt der Forschung gerückt.

Aktuell beginne ich das DFG-Projekt Die Kunst der Gewerke: Eine Praxeographie des Theatersapparats und bin in der Vorbereitung zur Beantragung zweier Projekte, die mit computationalen Methoden die Bildmedien des Theaters untersuchen.